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Imaginäre Landschaften

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Kategorie
Ausstellungen

Zeitraum
von Datum
11.08.2018
bis Datum
23.09.2018
Tage & Zeiten
jeden Mittwoch
14:00 - 20:00 Uhr
jeden Donnerstag
14:00 - 20:00 Uhr
jeden Freitag
14:00 - 20:00 Uhr
jeden Samstag
14:00 - 20:00 Uhr
jeden Sonntag
14:00 - 20:00 Uhr

     >>
Kunstverein Neukölln
Mainzer Str. 42
12053 Berlin

Internet-Adresse
hier klicken


Der Begriff „Imaginär“ benennt im objektiven Sinne „Bildhaftes“. Materielle Bilder sowie auch mentale Vorstellungsbilder, individueller oder kollektiver Art, sind hier gemeint. Im allgemeinen Sprachgebrauch beschränkt sich die Bedeutung oft auf etwas Scheinbares, Fiktives oder nur in der Vorstellung Existierendes. Wir alle kennen Landschaften aus unserer eigenen Erfahrung und vermittelt durch Literatur oder Filme. Und sogar auf Verpackungen und Werbeplakaten wird zuweilen eine bestimmte Art Landschaft abgebildet, um die Menschen zu beeinflussen. Vorstellung und Realität stimmen oft nicht miteinander überein. Beide prägen unseren Umgang mit der Umgebung und finden Widerhall in der Kunst. Solange Bilder von Menschen gemacht worden sind, gab es auch Interpretationen von der Landschaft, sogar von solchen, die rein im Kopf existieren und nicht auf Anhieb zu sehen sind. Die Bedeutung des Begriffes „Imaginäre Landschaften“ hängt also von der jeweiligen Sichtweise ab.

In der Ausstellung im Kunstverein Neukölln stellen Louis D'Arienzo, Paul Langmead, Deborah S. Phillips, Friederike Linssen, Akiko Wakayama und Wolfgang in der Wiesche, jede/r aus einer individuellen Perspektive, in ihren Arbeiten Fragen wie: Was bedeutet „Imaginäre Landschaften“? Sind es reale Orte auf dieser Erde, Orte in meinen Träumen oder symbolische Landschaften? Welchen Stellenwert hat der Mensch, die Natur oder das Urbane in meiner imaginären Landschaft? Welchen Bezug habe ich zu ihr? Wodurch wird meine imaginäre Landschaft geprägt? Wie reagiere ich als Künstler*in auf den Begriff Imaginäre Landschaften? Schaffe ich meine eigene Realität?

Die Arbeiten von Friederike Linssen bilden eine Landschaft ohne eine erkennbare Landschaft zu sein. Es sind Orte der Improvisation, sich wiederholende Formen, Linien die sich berühren, abstrakte Zeichen oder Zeichnungen von Elementen aus der Natur, die auf monochrome und einfache Formen reduziert werden. Sie sind eher Ausdruck einer bestimmten Ordnung, des Wesens der Natur. Die Bilder entstehen aus der Intuition oder inneren Wahrnehmung heraus, dass alles was lebt miteinander verbunden ist und daher eine Einheit formt. Das sogenannte „Imaginäre“ ist zurückzuführen auf einen realen Ursprung, der der Natur inhärent und von der jede Landschaft im Grunde geprägt ist. Auch wenn sie lediglich in unserer Vorstellung existiert.

Akiko Wakayama
„Die ausgedachte Landschaft könnte ein Bild aus der Vergangenheit sein oder auch ein Verlangen danach.
Die Vorstellung einer unveränderten Landschaft, die eine lange Zeit gleich bleibt, beruhigt mich, da ich den Eindruck habe, mich selbst immer mehr zu verändern. Die Erinnerung an den Klang von Schafsglocken, den Geruch trockener Erde bringt mich zurück an einen für mich nostalgischen Ort. Und das Bild weist daraufhin: Lebt in der Jetztzeit ohne Angst vor Veränderung – und das behalte ich im Kopf.“ Akiko Wakayama hat eine riesige imaginäre Landschaft realisiert. Das Bild enthält Erinnerungsfragmente, die wie auf losen Zetteln geschrieben, zusammengefügt wurden. Viele kleine Erinnerungen erscheinen um so wirkungsvoller; es entsteht die eigene, innere Landschaft.

Louis D’Arienzo ist Schuhdesigner mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Modeindustrie. Im September wird seine Kollektion nachhaltiger Unisex-Turnschuhe erscheinen. Er freute sich sehr über die Gelegenheit mit seiner alten Studienkollegin Deborah zusammenzuarbeiten um Polynésie zu realisieren.

Die Arbeiten von Deborah S. Phillips weisen immer wieder Bezüge zu geographischen Themen auf. In Zusammenarbeit mit Louis D'Arienzo entstand mit Polynésie eine Leinwandarbeit auf einer rein intuitiven Ebene, die für beide, unabhängig voneinander, eine gewisse Anmutung der Südsee ausstrahlte. Als Reaktion darauf begann Deborah dann alleine eine Serie mit dem Thema “Orte mit viel Wasser, wo ich noch nie war” zu realisieren. Nach “Polynésie” folgten “Friesland” und “Kamschatkja”. Die Bezüge zu den Orten sind rein imaginär, sehr unkonkret, gefühlt und persönlich.

Paul Langmead ist ein australischer Fotograf mit einem Arbeitsschwerpunkt auf urbane Landschaften. Seine Arbeiten sind oft Untersuchungen zu Vorstellungen von Utopien und Dystopien, dem Geist eines Ortes und Repräsentationen von Natur innerhalb von bebauten Umgebungen. In den Arbeiten dieser Ausstellung zeigt er sogenannte Fehldrucke seiner Fotos, die wie malerische Landschaften erscheinen.

Wolfgang in der Wiesche schrieb:
„In 57 Jahren habe ich 12.372.862.356 Landschaftseindrücke im Gehirn gesammelt. Auf nur 3 Kontinenten. Es geht nichts verloren. Wo bleiben die? Wirken die alle auf den Augenblick? Klar tun sie das! Andauernd, jetzt, immer.
Ich kann sagen, in diesem Bild wirkt das Death Valley, hier der Karakorum, da das Meer bei Amami Island, die Golanhöhen, der Mount Everest, die Taklamakan-Wüste, der Harz, die Nordsee... Welche Elemente brauchen Auge und Hirn, um eine Landschaft auszumachen? Was kommuniziert sie? Was sind wir darin? Spurenleser, Zeichendeuter, oder einfach Eins?”

Koordination: Friederike Linssen & Deborah S. Phillips

Laufende Ausstellung: 11.8. - 23.9.2018, Mi-So, 14-20 Uhr
Vernissage: Fr, 10.8.2018, 19:30
Finissage: So, 23.9.2018, 19:30

Postkarte: Kunstverein Neukölln e.V.
Foto/Künstlerin: Akiko Wakayama

 

 

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